Im Gegensatz zum klassischen Flooding-Verhalten herkömmlicher Mesh-Protokolle setzt MeshCore auf Scopes (Gültigkeitsbereiche). Sie begrenzen die Sichtbarkeit, das Routing und die Weiterleitung von Payloads logisch und geografisch, um "Mesh Storms" in Ballungsräumen effektiv zu unterbinden.
Ein Scope definiert den exakten Radius, in dem eine Nachricht zirkulieren darf. Betreiber von Core-Infrastruktur nutzen diese Definitionen zur Filterung:
Um Namenskollisionen zu vermeiden, folgt die Vergabe regionaler Scopes einer strikt hierarchischen Nomenklatur, basierend auf dem ISO-3166-1-Standard für Länder und standardisierten Regionalkürzeln.
| Scope-Ebene | Syntax / Format | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
| National | [iso-land] |
at (Österreich), ch (Schweiz) |
| Regional (Bundesland) | [land]-[bundesland] |
at-vbg (Vorarlberg) |
| Lokal (Bezirk/Ort) | [land]-[bundesland]-[ort] |
at-vbg-fk (Feldkirch) |
Sobald ein Benutzer einem verschlüsselten oder unverschlüsselten Kanal wie etwa #at-vbg-chat beitritt, nutzt MeshCore den Präfix, um den Paket-Header mit dem entsprechenden Scope at-vbg zu versehen. Core-Knoten im selben Sektor priorisieren diesen Traffic automatisch.
In Grenzgebieten (beispielsweise dem Rheintal / Dreiländereck AT/CH/LI) kann eine zu strikte Trennung kritische Pfade unterbrechen. Für den stabilen Betrieb und Notfunk-Szenarien gilt:
ch und li auf einem Vorarlberger Knoten).Das manuelle Ändern von Scopes erfordert administrative Eingriffe am Knoten selbst (via CLI oder Config-File). Kanäle hingegen können von den Endnutzern dynamisch erstellt werden, solange sie sich innerhalb der vom Relay-Verbund erlaubten Scopes bewegen.
Die Zuweisung erfolgt für den Nutzer transparent über die Benennung der Chatrooms bzw. Channels:
# Überregionaler, nationaler Backbone-Kanal Channel-Name: #at # Regionaler Kanal (z.B. für das Rheintal/Vorarlberg) Channel-Name: #at-vbg # Lokaler Orts-Kanal für Infrastruktur & Testbetrieb Channel-Name: #at-vbg-fk-nofels